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Melchior Schildt (1592-1667)

Complete organ works

Léon Berben

Tangermünde, St. Stephanuskirche

Inhalt:
Melchior Schildt (1592-1667) Praeambulum G-Dur
Anonymus Praeludium F-Dur
Anonymus Herzlich lieb hab ich dich o Herr C-Dur
Melchior Schildt (1592-1667) Herzlich lieb hab ich dich o Herr C-Dur
Melchior Schildt (1592-1667) Paduana lachrymae a-moll
Melchior Schildt (1592-1667) Gleichwie das Feuer g-moll
Delphin Strungk (c.1601-1694) Magnificat noni toni d-moll
Melchior Schildt (1592-1667) Herr Christ, der einig Gottessohn F-Dur
Melchior Schildt (1592-1667) Ach Gott, vom Himmel sieh' darein g-moll
Anonymus Praeludium G-Dur
Melchior Schildt (1592-1667) Allein Gott in der Höh' sei Ehr F-Dur
Melchior Schildt (1592-1667) Magnificat primi toni d-moll
Melchior Schildt (1592-1667) Praeambulum g-moll
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Léon Berben, Orgel
Gesamtspielzeit: 1:19 (h:m)
Booklet: 28p., Englisch Deutsch
Bestell-Nr. AE 11121
EAN 4026798111212
Produktkategorie: SACD
Veröffentlichungsdatum: 30.08.2016

AEOLUS setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem niederländischen Organisten und Cembalisten Léon Berben fort und knüpft mit der nun vorliegenden neuen SACD „Melchior Schildt: complete organ works“ an dessen preisgekrönte Gesamteinspielung („Diapason d'Or“) aller Werke für Tasteninstrumente von Jan Pieterszoon Sweelinck an: zum einen, da der Komponist Schildt nachweislich Schüler von Sweelinck gewesen ist, zum anderen, da hier die schon für Sweelinck äußerst bewährte mitteltönige Orgel (1624) von Hans Scherer d.J. In der St.Stephanuskirche zu Tangermünde zum Einsatz kommt. Ihr einzigartiger Klang kann nun sogar in Surround Sound genossen werden.

Über den heute nahezu vergessenen Komponisten Melchior Schildts sind wir im Vergleich zu vielen seiner Zeitgenossen verhältnismäßig gut informiert. Bereits Schildts Großvater Gerdt und sein Vater Antonius bekleideten seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wichtige Organistenämter in den Kirchen der Stadt Hannover. Es war zur damaligen Zeit nur folgerichtig, dass sich auch Melchior und sein Bruder Ludolf Schildt als Organisten verdingten.
Melchior Schildts Geburtstag läßt sich auf den Sommer 1592 datieren. Als Geburtsort kommt nur Hannover in Frage, wo in dieser Zeit sein Vater als Organist an der Kreuzkirche war, bevor er 1593 an die Marktkirche wechselte. Dieser dürfte ihn auch in Musik unterrichtet haben und bat bei der Stadt Hannover um eine finanzielle Zuwendung, damit sein Sohn zu Jan Pieterszoon Sweelinck nach Amsterdam gehen könne. Da die Förderung in Höhe von 36 Gulden bewilligt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass Melchior Schildt spätestens seit Anfang 1610 seine Ausbildung in Amsterdam vervollkommnen konnte.
Ab 1623 war Melchior Schildt für etwa zwei Jahre Organist der Hauptkirche der Stadt Wolfenbüttel Beatae Mariae Virginis. Anschließend trat er als Hoforganist und Prinzenerzieher in die Dienste König Christians von Dänemark. Am dänischen Hofe wirkte er weitere drei Jahre, bevor er 1629 - zunächst in Vertretung seines schwerkranken Vaters - nach Hannover ging, wo er nach dem Tod des Vaters noch im selben Jahr seine Lebensstelle als dessen Amtsnachfolger an der Marktkirche St. Georgii et Jacobi antrat und 1667 starb.
Schildts Spiel galt als facettenreich, sein überliefertes kompositorisches Schaffen als „in Bezug auf Satztechnik, Form und Ausdruck breit gefächert, und zwar auf hohem Niveau“, wie der Organist Klaus Beckmann in seiner Ausgabe des Schildt’schen Orgelwerks 1999 nachwies.

Ergänzt wird das Programm dieser SACD durch eine Magnificat-Vertonung von Delphin Strungk. Wie Melchior Schildt, so stand auch letztgenannter im Dienst der Wolfenbütteler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis. Dort wirkte er von 1631 bis 1634 als Nachfolger der Gebrüder Melchior und Ludolf Schildt an der 1620– 1624 von Gottfried Fritzsche erbauten Orgel, bevor er wie schon Melchior Schildt für drei Jahre in höfische Dienste trat. Ob Strungk vielleicht Schüler M. Schildts war, wissen wir nicht. Eine Verbindung muss es aber gegeben haben, scheinen die Kreuzungen von Schildts und Strungks Lebensweg nicht ganz zufällig gewesen zu sein. Wie umfangreich Strungks kompositorisches Schaffen einmal gewesen ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Strungks Magnificat ist ein wahrhaftiges Meisterwerk und insofern eine ideale Ergänzung des Programms. Er zeigt als Komponist, wie er die Errungenschaften seiner Vorbilder mit Innovation und Experiment verbindet.

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5 Diapason

Rezensionen zu “Schildt: Complete organ works”

 

Rondomagazin Michael Wersin, Nr.967 :

“Léon Berben, einer der großen Spezialisten für die Darbietung solcher Musik an historischen Instrumenten, [...] entführt den Hörer in das Zauberreich des zeitgenössischen Orgelklangs mit seinen charakteristischen, mal erhebend kraftvollen, mal berückend zarten Farben.”
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Geboren als Sprössling einer Organistenfamilie 1592 in Hannover, ausgebildet bei Sweelinck in Amsterdam, angestellt in Wolfenbüttel, am dänischen Hof und dann, nach dem Tod seines Vaters, in Hannover an dessen Kirche – eine frühbarocke Traumkarriere. Trotzdem kennen wir Melchior Schildt heute kaum mehr. Wenn wir seine Orgelwerke auf dieser CD hören, verwundert das noch mehr. Schildt beherrschte das gesamte Repertoire vom festlich-kraftvollen Präludium über Magnificat-Versetten bis hin zur kunstvollen mehrteiligen Choralbearbeitung. Léon Berben, einer der großen Spezialisten für die Darbietung solcher Musik an historischen Instrumenten, hat die 1624 erbaute Hans-Scherer-Orgel an St. Stephan in Tangermünde für diese großartige CD gewählt, und er entführt den Hörer in das Zauberreich des zeitgenössischen Orgelklangs mit seinen charakteristischen, mal erhebend kraftvollen, mal berückend zarten Farben. Wohlartikuliert, agogisch flexibel und stets prägnant registriert bringt Berben Schildts Orgelwerke optimal zur Geltung; er ergänzt das Programm um drei anonyme Kompositionen und einen Magnificat-Versettenzyklus von Delphin Strungk. Eine der drei anonymen Kompositionen ist ein Kantionalsatz über „Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“, der zur Grundlage einer kolorierten Version von Schildt wurde, welche Berben im Anschluss spielt. Die dritte Strophe desselben Liedes wurde gut ein Jahrhundert später zum Schlusschoral von Bachs „Johannespassion“; der kraftvolle Satz des unbekannten Meisters auf dieser CD und Schildts wunderschöne Bearbeitung sind, im Vorausblick auf Bach, ein bemerkenswertes Beispiel für die Kontinuität, mit der die frühe protestantische Kirchenmusik ihr Liedrepertoire gepflegt und durch permanentes Bearbeiten groß gemacht hat. Eine einzigartige Tradition.

http://www.rondomagazin.de

 

Orgelnieuws Sander Maarsman, 21.09.2016 :

“Die Spielart von Berben ist ausgesprochen musikalisch [...] Diese CD auf Platz 1 zur Ehre Melchior Schildts!”
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Rondomagazin :

Léon Berben, einer der großen Spezialisten für die Darbietung solcher Musik an historischen Instrumenten, [...] entführt den Hörer in das Zauberreich des zeitgenössischen Orgelklangs mit seinen charakteristischen, mal erhebend kraftvollen, mal berückend zarten Farben.

Orgelnieuws :

Die Spielart von Berben ist ausgesprochen musikalisch [...] Diese CD auf Platz 1 zur Ehre Melchior Schildts!
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