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Nicola Matteis (c.1646-c.1695)

Most ravishing things

Music from the Books of Ayres

Theatrum affectuum

Inhalt:
Nicola Matteis (c.1646-c.1695) :
Ayres in Gamut proper
Ayres in B mi proper
Ayres in D la sol re proper / sharp
Ayres in F fa ut proper
Ayres in D la sol re proper
Ayres in C fa ut proper
Ayres in E la mi proper / sharp
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  • play_circle_outline Fuga
  • play_circle_outline Aria
  • play_circle_outline Thro' the Wood Laddie
  • play_circle_outline A quick motion with a running bass
  • play_circle_outline A Ground with several divisions
  • play_circle_outline Aria - A slow Ayre

Ein Italiener im London des 17. Jahrhunderts: Matteis schrieb für das vom Bürgertum geprägte Musikleben Londons eine vielfältige Musik mit Einflüssen aus Italien, Frankreich und England. Das Ensemble „Theatrum affectuum“ präsentiert die zumeist kurzen Stücke aus Matteis' „Books of Ayres“ als funkelnden, facettenreichen Kosmos: virtuos oder intim, derb oder elegant,  intelektuell oder geerdet, krachend oder lieblich...

Theatrum affectuum wählte die späteren Versionen der Stücke mit zweiter Oberstimme und führt sie mit Violine und Blockflöte aus, das Continuo besteht aus Cello, Laute und Cembalo bzw. Orgel.

Theatrum affectuum konzertiert seit 2003 zusammen in Europa und Japan. Das Ensemble ist besonders international besetzt, die Musiker stammen aus Deutschland, Japan, Frankreich und Italien. Zumeist angeführt von Blockflöte und Violine widmet es sich der Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts, dabei spielen die Kenntnis der barocken Ausdrucksformen, aber auch Improvisation eine große Rolle.

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Rezensionen zu “Matteis: Most ravishing things”

 

BR Klassik Dirk Kruse, 16.08.2015 :

“Mal einfühlsam elegisch, mal versiert virtuos, mal temperamentvoll tänzerisch. Aber immer überzeugt das Ensemble Theatrum affectuum mit Können, Charme und echter Begeisterung.”
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Die Kostprobe vom 16. August 2015: Nicola Matteis - Books of Ayres

Der englische König Charles II. war ein großer Liebhaber des französischen Stils. Das führte dazu, dass sich die meisten englischen Komponisten in der Mitte des 17. Jahrhunderts am Versailler Leitstern Jean-Baptiste Lully orientierten. Doch dann kam Nicola Matteis nach London und machte dort mit einem Schlag die italienische Musik populär.

Londoner Musikwelt verzaubert

Der Neapolitaner Nicola Matteis über dessen Biographie kaum etwas bekannt ist - nicht einmal ein Geburts- und ein Sterbedatum sind überliefert - soll angeblich zu Fuß über Italien, Österreich, Deutschland und Frankreich nach England gewandert sein. Mit seinem virtuosen Geigenspiel verzauberte der Mitzwanziger die Londoner Musikwelt. Das schwatzhafte Publikum hörte plötzlich gebannt zu. Der große schlanke Matteis soll mit einem einzigen Geigenton wahre Wunderdinge vollbracht haben. Das gute alte Gambenconsort war plötzlich abgemeldet. So wie Matteis wollten jetzt die Engländer Musik machen. Und seine insgesamt vier zu Lebzeiten gedruckten Notensammlungen mit Ayres für Violine und Generalbass verkauften sich wie die sprichwörtlichen warmen Semmel.

Segen von Nicola Matteis

Warum spielt dann aber in dieser Aufnahme die erste Stimme keine Geige, sondern eine Flöte, werden Sie sich jetzt zu Recht fragen. Das liegt am vollendeten Virtuosen Andreas Böhlen und seinem 2003 gegründeten Alte Musik-Ensemble Theatrum affectuum. Zum einen will er zeigen, dass man auch auf der Barockflöte ebenso zaubern kann wie auf der Barockgeige. Und zum anderen hat er gewissermaßen den Segen von Nicola Matteis selbst. Denn der schrieb im Inhaltsverzeichnis zu seinem 3. und 4. Notenbuch, dass man seine einfacheren Ayres ebenso gut mit der Flöte spielen könne. Ob Andreas Böhlen sich nur die leichteren Ayres ausgesucht hat, da bin ich nicht so sicher. In puncto Tempo nimmt er es locker mit jeder Geige auf.

Können, Charme und echte Begeisterung

Das nenne ich doch mal ein Prestissimo. Aber Andreas Böhlen kann auch Adagio, und fast hat es den Anschein, er singe auf seiner Blockflöte. Und da Andreas Böhlen nicht nur Experte für Alte Musik ist, sondern auch ein erfolgreicher Jazz-Saxofonist, scheut er auch nicht davor zurück zu improvisieren. Das Ganze ist kongenial und auf Augenhöhe mitmusiziert von der hervorragend aufeinander eingespielten Generalbassgruppe. Nicola Matteis Ayres in der Fassung für Flöte und basso continuo sind mal einfühlsam elegisch, mal versiert virtuos, mal temperamentvoll tänzerisch. Aber immer überzeugt das Ensemble Theatrum affectuum mit Können, Charme und echter Begeisterung.

Dirk Kruse

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AE-10226_BR_Klassik.jpg 667,93 kB

 

Early Music Review Alastair Harper, 01/09/2015 :

“A most engaging and enjoyable issue.”
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A most engaging and enjoyable issue. Nicola Matteis (c1644-49 – before 1695) is thought to have been Neapolitan in origin, but the music on this disc was published between 1682 and 1687 in London, and provides a fascinating snapshot of what was then fashionable there. There are echoes, as one would expect, of Italy – light-footed ‘fugas’ and suspension-laden ‘adagios’, but also French ‘correntes’ and even a ‘Pretty hard ground after the Scotch Humour.’ Purcell clearly knew his Matteis – there are echoes of the Scotch ground in the chorus “Come, Shepherds, lead up a lively measure” from King Arthur, for example.

Theatrum Affectuum have selected pieces from the various publications and grouped them into convincing ‘suites,’ as would no doubt have been usual at the time. In general they have scored them for recorder, violin and continuo, with the upper parts alternating – sometimes varying between alto and soprano recorder within individual ‘suites’, which is a little distracting. The playing is, however, uniformly superb, with breathtaking recorder runs from Andreas Bohlen and virtuoso violin double-stopping from Ayako Matsunaga, and extremely infectious rhythmic vitality; try the foot-tapping ‘Gavotte con divisioni’ from the fourth suite. Giangiacomo Pinardi’s guitar gets its chance to shine in the ‘Ayre’ of the first suite, and Pierre-Augustin Lay and Takashi Watanabe provide rock-steady continuo and lively ‘grounds’.

The disc also contains a couple of finely played Barsanti arrangements of Scots songs, though their mid-18th-century style sits a little uneasily with the rest of the programme. Andreas Bohlen’s sleevenotes are models of their kind – scholarly, well-written and most informative. Well worth exploring!

Alastair Harper

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AE-10226_EarlyMusicReview_01-09-2015.jpg 648,18 kB

 

Klassik.com Dr. Stefan Drees, 17.09.2005 :

“Ausgesprochen vielseitig ... ein hohes Maß an Lebendigkeit ... angenehm warmer und klarer Klang”
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Perlen aus dem 17. Jahrhundert

Ausgesprochen vielseitig nähert sich das Ensemble Theatrum Affectum der Musik von Nicola Matteis dem Älteren.

Dass die Musik der Geiger und Komponisten Nicola Matteis des Älteren (um 1644 bis vor 1695 oder 1703) und Nicola Matteis des Jüngere (um 1670 bis 1737) in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangt ist, lässt sich nicht anders als erfreulich bewerten. Mit der neuen Produktion des Ensembles Theatrum Affectum liegt – nach einer Einspielung mit der Geigerin Hélène Schmitt und ihrem Ensemble (Alpha Productions, 2009) sowie einer fast gleichzeitig veröffentlichten Aufnahme der Geigerin Amandine Beyer und dem Ensemble Gli Incogniti (Zig-Zag Territoires, 2009) – nun eine weitere wunderbare Aufnahme vor, die sich anhand einer Auswahl von Werken des älteren Matteis diesem vielseitigen instrumentalen Repertoires annimmt. Dabei steht diesmal weniger die Musik als Ausdruck eines für die damalige Zeit beachtlichen Violinspiels im Mittelpunkt, sondern vielmehr der Versuch, die in mehreren Drucken überlieferten Stücke in den Dienst eines möglichst vielfältigen kammermusikalischen Musizierens zu stellen. Dies gelingt den fünf Musikern von Theatrum Affectum außerordentlich gut.

Grundlage der bei Aeolus erschienenen SACD sind suitenartige, an den Grundtonarten orientierte Anordnungen von Stücken, die vor allem den Hauptquellen, nämlich aus den 'Ayres for the Violin […] the Third and Fourth Parts' (London 1685) und deren später publizierter zweiter Stimme ('The Second Treble', London 1687), entnommen sind. Der hierbei entstehende Abwechslungsreichtum verdankt sich einerseits der geschickten Auswahl und Kombination von Einzelsätzen zu längeren oder kürzeren Einheiten, andererseits aber auch den gewählten Instrumentationsmöglichkeiten. Grundsätzlich steht das Duett zweier Melodiestimmen – vertreten durch Violine (Ayako Matsunaga) und Blockflöte (Andreas Böhlen) – im Mittelpunkt, während die Gestaltung des Basso continuo dem Violoncello als Bassinstrument (Pierre Augustin Lay) und der harmonischen Stütze von Theorbe/Gitarre (Giangiacomo Pinardi) und Cembalo/Orgel (Takashi Watanabe) anvertraut ist. Die hieraus resultierenden klanglichen Möglichkeiten werden ausgiebig und variabel genutzt, wobei als zusätzliche Kontraste gelegentlich weitere Stücke – so eine Solonummer aus Matteis’ Gitarrenschule Ausgesprochen vielseitig nähert sich das Ensemble Theatrum Affectum der Musik von Nicola Matteis dem Älteren.The False Consonances of Musick' (London 1682) als eine Art Ruhepunkt oder Volksweisen aus einer 'Collection of Old Cots Tunes' (Edinburgh 1742) – eingeschoben werden.

Über diese Grundlagen hinaus zeichnet sich der musikalische Ansatz von Theatrum Affectum durch ein hohes Maß an Lebendigkeit aus. Zu verdanken ist dies den Elementen aus der Praxis des Stegreifspiels, die immer wieder – wie die zahlreichen in dialogischem Wechselspiel von Blockflöte und Violine angebrachten Verzierungen – in den Vortrag einfließen. Besonders deutlich ist dies in den eingestreuten Variationsfolgen zu vernehmen, so im improvisatorisch anmutenden Beginn des 'Ground in D la sol rè per far la mano', dessen Variationsgrundlage, ein kurzes Ostinato, zunächst vom Cello gezupft und dann mit einer allmählich sich verfestigenden Cembaloharmonik ausgestaltet wird, bevor die Melodieinstrumente mit ihren Parts hinzutreten. Auch andere Lösungen, beispielsweise die rhythmisch elastische Umsetzung der tänzerischen Schlussstücke, die ausgeklügelte, vom unbegleiteten Vortrag ausgehende Anlage der Volksweisen oder die fein verästelte Rhetorik der langsamen Sätze, nehmen für diese Interpretation ein. Überzeugend sind schließlich auch der angenehm warme und klare Klang der Produktion und das ausgesprochen professionelle Booklet, das ausführlich über die Quellenlage und den Forschungsstand zu Matteis Auskunft gibt.

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BR Klassik :

Mal einfühlsam elegisch, mal versiert virtuos, mal temperamentvoll tänzerisch. Aber immer überzeugt das Ensemble Theatrum affectuum mit Können, Charme und echter Begeisterung.

Early Music Review :

A most engaging and enjoyable issue.

Klassik.com :

Ausgesprochen vielseitig ... ein hohes Maß an Lebendigkeit ... angenehm warmer und klarer Klang
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